Afrika, Reisetipps

10 kulinarische Highlights aus Äthiopien

Oktober 15, 2016

Auch wenn einige Reiseführer die äthiopische Küche als gewöhnungsbedürftig beschreiben, können wir reinen Herzens sagen, dass wir das Essen hier wirklich sehr genießen! Zwar stimmt es, dass die Auswahl begrenzt ist, aber gerade in Addis Abeba können wir alles, was wir brauchen (nicht immer alles, was wir wollen…) bekommen und auch ich als Vegetarierin könnte jeden Tag verschiedene leckere Gerichte essen (dies könnte in abgelegenen Orten anders sein, auch wenn das Vegetarismus, bzw. zeitweises Fasten von Tierprodukten, den Äthiopiern bekannt ist). Injeras mögen zu Anfang komisch schmecken, wenn man nur helles, weiches Brot gewöhnt ist. Uns erinnert der Geschmack aber immer an Sauerteigbrot aus der Heimat und wir essen es gerne.

Früchte, Gemüse und Grundnahrungsmittel sind normalerweise auf dem Markt und in kleinen Läden erhältlich. Wenige „Supermärkte“ verkaufen eine Auswahl importierter Produkte, oft aus der Türkei oder den arabischen Emiraten (Süßigkeiten, Käse, Getränke oder Konserven), aber dies ist eher teuer und auch dann ist die Auswahl sehr begrenzt. Wir setzen am liebsten auf die lokalen Güter.

Kleine Restaurants servieren lokale Gerichte zu sehr günstigen Preisen. Während nicht immer alles von der Karte auch tatsächlich verfügbar ist, kann man dennoch in vielen Läden sogar äthiopische Versionen von Pizzen, Pasta oder Burgern bekommen. In Addis kommen noch eine Reihe internationaler Restaurants hinzu, die vergleichsweise teuer sind (europäische Preise, aber auch oft gute Qualität!).

Wie dem auch sei- hier sind unsere Lieblingsgerichte und -getränke aus Äthiopien:

Injera

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Diese riesigen Pfannkuchen werden aus gegährtem Teff-Teig hergestellt und zu nahezu jedem Essen und zu jeder Tageszeit gereicht. Je frischer sie sind, desto besser schmecken sie! Schwarze Injeras werden aus brauem Teff gemacht, schmecken etwas intensiver und enthalten mehr Eisen.

Bayenetu

An den Fastentagen (an jedem Mittwoch und Freitag sowie während mehrerer Wochen vor wichtigen Feiertagen) ernähren sich die orthodoxen Christen in Äthiopien quasi vegan. Fleischläden sind dann geschlossen (mit Ausnahme der muslimischen Läden, die durch einen Halbmond anstatt eines Kreuzes am Haus gekennzeichnet sind). Auch Eier und Milch sind nicht immer erhältlich. Restaurants servieren keine Fleischgerichte, aber Bayenetu ist sehr lecker! Es besteht aus einer Injera mit vielen Klecksen verschiedener Gemüsesoßen (aus Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Möhren, Kartoffeln, Paprika, Kohl, Spinat und roter Beete). In Äthiopien isst man mit den Fingern, indem man kleine Stücke der Injera mit der rechten Hand abreißt und damit etwas Soße aufnimmt.

Buna

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Kaffee ist alltägliche Leidenschaft in Äthiopien, die mit allen Sinnen ganz in Ruhe gelebt wird. Eine Kaffeezeremonie dauert seine Zeit. Zunächst werden die Kaffeebohnen geröstet. Der Kaffeekoch wird die frisch gerösteten Bohnen herumreichen, damit man daran riechen kann. Anschließend werden die Bohnen gemahlen und in einer speziellen Kaffeekanne auf dem Feuer gekocht. Das gleiche Kaffeepulver wird für drei Runden Kaffee verwendet, wobei die erste Runde entsprechend die stärkste ist. Kleine Kaffeetässchen werden randvoll mit Kaffee gefüllt. Es ist üblich, ein bis zwei Löffel Zucker hineinzurühren und etwas Raute hineinzutunken. Oft wird der Kaffee mit Popcorn serviert und Weihrauch wird auf dem Kaffeetisch entzündet.

Tej

Selbst frisch hergestellt aus Tee, Honig und Wasser ist dieses alkoholische Getränk, das einige Tage fermentieren muss, am Leckersten.

Pasta und Pizza

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Äthiopier machen erstaunlich gute Pasta und Pizza! Diese eher scharfen Versionen des italienischen Essens gibt es mit und ohne Fleisch (und an Fastentagen auch ohne Käse) und werden mit Brot oder Injera serviert (für den Fall, dass man noch nicht ausreichend Kohlenhydrate zu sich genommen hat…) Auch wenn der Lonely Planet (den wir für seine Tipps in der Regel sehr schätzen) sehr schlecht von der Pasta spricht, können wir die Nudelgerichte, die wir hier probiert haben, nur empfehlen!

T’älla

Um ehrlich zu sein, wissen wir bis heute nicht, was wirklich in diesem Getränk ist. Wasser und Hopfen auf jeden Fall, und auch wenn diese abgestandene, braune alkoholische Brühe nicht wirklich unser Lieblingsgetränk ist, ist sie doch eine gute kulturelle Erfahrung!

Doro wot

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Insbesondere an Feiertagen wird ein Hühnchen für’s Doro Wot geschlachtet. Die Soße enthält viele kleingehackte Zwiebeln, sowie Berberegewürz, Butter und Öl. Die Hühnerteile werden darin gekocht. Dieses leckere und scharfe Gericht wird selbstverständlich mit Injera gegessen.

Shirro Tegabino

Dies ist ein weiteres köstliches vegetarisches Gericht. Die dicke, scharfe Soße besteht aus Bohnen- und Erbsenmehl, Zwiebeln, Tomaten, Öl und Gewürzen. Sie schmeckt ein wenig wie ein scharfes, warmes Hummus und wird kochend in einem kleinen Topf und natürlich mit Injera serviert.

Araki

Leckerer, starker Anisschnaps, der besonders an Feiertagen getrunken wird- schon morgens. Prost!

Tibs Firfir

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Tibs Firfir ist so etwas wie Rindergeschnetzeltes mit rohen Zwiebel in einer scharfen Soße. Es wird auf einem Ofen serviert, sodass es weiter brutzelt. Dazu gibt es Injera.

 

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