Kenia

Hintergrund: 2013 bin ich nach Nairobi gezogen, um an einer kleinen Schule zu arbeiten. Ich bin zwar alleine hingefahren, aber habe schnell Freundschaft geschlossen mit den Menschen vor Ort oder mit anderen Freiwilligen und gemeinsam konnten wir uns auf aufregende Outdoor-Abenteuer begeben und das Land bereisen. Die Natur Kenias ist atemberaubend schön, und die Menschen herzlich und einladend.

Unterkunft:  Sowohl Couchsurfing als auch AirBnB funktionieren gut in Kenias größeren Städten (Nairobi, Mombasa, Kisumu oder Naukuru) und auch in einigen abgelegeneren Regionen, wenn man sich ein bisschen auf sein Bauchgefühl verlässt. Es gibt auch regelmäßige Couchsurfing Treffen in Nairobi. Außerhalb der Städte kann man sehr gut auf Zeltplätzen campen oder in kleinen Hotels unterkommen. Das Zelten kostet ungefähr 500-100 KSH (ca 4-8 Euro) pro kleines Zelt pro Nacht. Auch die kleinen Hotels waren eine tolle Backpacking-Erfahrung, da sie sehr simpel ausgestattet waren und in der Regel nur von kenianischen Reisenden und nicht so sehr von anderen Touristen besucht wurden. Ein Zimmer für zwei Personen kann es schon ab 400 KSH (ca 3,50 Euro) geben – wenn man keinerlei Luxus, aber eine authentische Unterkunft erwartet. Je ländlicher oder abgelegener es wird, desto mehr sollte man sich auf Eimerduschen und Plumpsklos einstellen.

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Reisen: Durch Kenia zu reisen ist ein Abenteuer für sich. Bus- oder Matatufahrten kommen manchmal dem Erlebnis von Achterbahnfahrten gleich, haben die Atmosphäre einer fahrenden Disko (Musik aufgedreht mit wummerigem Bass, bunten Lichtern und sogar einem DJ),  und bieten den Komfort, selbst Nachts Kekse und Snacks von Straßenverkäufern angeboten zu bekommen. Unterm Strich kommt jede Fahrt mit der Garantie, Dir Geduld beizubringen. Aber: Busse und Matatus fahren wirklich überall hin zu unschlagbaren Preisen. Eine allgemeine Regel scheint aber zu sein: Je weniger man für sein Ticket zahlt, desto weniger scheint sich der Fahrer für Bestimmungen zu interessieren, seien es die Verkehrregeln, die generelle Instandhaltung des Fahrzeugs oder der Drogengebrauch am Steuer. Jedoch kostet selbst ein Ticket der „teureren“ Busunternehmen z.B. nicht mehr als 10 Euro für eine Fahrt von Mombasa nach Nairobi. Wer eine besondere Erfahrung möchte und nicht in Eile ist, fährt wahrscheinlich am Besten mit dem Zug. Es gibt nur eine Zustecke in Kenia (von Nairobi nach Mombasa, wieder zurück und einmal um Nairobi), und der Zug ist wahrscheinlich hundert Jahre alt. Ein Ticket für die zweite Klasse (ca. 25 Euro) beinhaltet ein Abendessen und ein Bett im Vierer-Liegewagen. In der Stadt bewegt man sich am besten mithilfe von Matatus (Kleinbussen) oder Piki pikis (Motorradtaxen). In Kleinstädten gibt es oft sogar nur Motorräder (und gibt es eine größere Freude als ein Piki Piki auf einer unbefestigten, staubigen Straße zu fahren?), und in Nairobi ist es die schnellste Art sich fortzubewegen, weil sie sich gerne zwischen den im Stau stehenden Bussen, Autos und Matatus hindurchschlängeln. Fortbewegung in Kenia ist, gemessen an deutschen Standards, nicht unbedingt „sicher“ oder effizient, aber es ist aufregend und günstig.

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Natur & Outdoor: Unnötig, die Herrlichkeit von Kenias Natur und Tierwelt zu erwähnen! Wir waren nur in kleineren Nationalparks unterwegs, da der Eintritt nicht so teuer war. Tatsächlich haben Parkeintritte einen Großteil unserer Reisekosten ausgemacht. Jedoch fanden wir jede Tour (außer die im Nairobi National Park) wirklich lohnenswert. Hinzukommt, dass die Einnahmen aus den Parks in Kenia wirlich dem Naturschutz und dem Erhalt der Tier-und Pflanzenwelt zugute kommen. Wir haben es genossen, am Lake Naivasha zu campen und zu kayaken, den Hell’s Gate National Park mit dem Mountainbike zu erkunden und Mount Longonott zu besteigen. Der Zurtitt zu größeren Parks ist teuerer, da man sich einer Safari Tour anschließen oder zumindest ein Auto und einen Fahrer buchen muss. Da wir weder Geld noch richtig Lust hatten für eine echte Safari im Tsavo East National Park, gingen wir einfach in den Bergen um Voi wandern. Die Landschaft ist genauso schön und wir konnten sogar Elefanten beobachten. Die Voi Hills und die Taita Mountains sind also definitiv gute Wandertipis weit weg von Touristenattraktionen (auch wenn es dort keine echten Wanderwege gibt, da die Einheimischen dort nicht einfach nur zum Spaß hinaufwandern).

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Essen & Trinken: Gerichte wie ugali (Maisbrei), Sukuma Wiki (Kohl), Bohnen, matoke (Kochbanane) und ndengu (Linsen) sind günstig und wirklich in Ordnung. Kenianer nehmen sich Zeit zum Kochen- mine Gastmutter stand nicht selten um vier Uhr morgens auf, um ein Huhn vom Markt zu kaufen (und es im Hof zu schlachten) oder um frische mandazi (ein Fettgebäck zum Frühstück) zu machen! Gerichte der Swahili mit etwas indischem Einfluss  (chapatipilau rice oder samosas) sind oft etwas warier als kenianische Speisen. Ich kann nicht viel zum Fleisch sagen (außer, dass es viel gegessen wird, vor allem von der Ziege und Kuh). Vegetarische Gerichte ersetzen Fleisch dann oft durch Hühnereier (nachdem man erklärt hat, dass man Nein, auch kein Hühnchen und Nein, auch keinen Fisch isst). An der Küstee gibt es natürlich viel Fisch und Meeresfrüchte, aber auch Kokosnüsse (Kokosrseis ist paradiesisch und Kokosschnaps nach den ersten vorsichtigen Schlückchen auch). Es gab viel frisches Obst, leckere Avocados und leckeren Fruchtsaft. Wir hatten nie Probleme mit Saft, aber Wasser muss entweder abgepackt gekauft oder abgekocht werden. Alternativ gibt es Bier (Tusker Beer) oder aus Indien importieren Erdbeerwein. Wasser aus Brunnen oder Hahn sollte auf jeden Fall abgekocht werden.

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Als alleinreisende (weiße) Frau in Kenia: Als junge weiße alleinreisende Frau habe ich mich in Kenia immer sicher gefühlt. Natürlich gibt es einige unangenehme Aspekte in der Rolle der Frau in der kenianischen Kultur, und gerade als hellhätige, blonde, blauäugige Frau fiel ich besonders auf, wo immer ich war. Ein deutliches, manchmal vielleicht scharfes Nein hat mich jedoch immer aus eventuell unangenehmen Situationen gebracht. Ich gebe zu, dass ich beim Ausgehen lieber einen männlichen Freund dabeihatte, als ganz alleine zu gehen. Ich habe aber erlebt, dass die Kenianerinnen in den Städten auch sehr selbstbewusst waren, und obwohl viele Männer sehr direkt auftraten schienen sie es gewöhnt zu sin, dass Frauen sich nichts gefallen lassen. Ich habe Heiratsanträge einfach mit Humor genommen, viel über Frauen in Kenias Gesellschaft gelernt und die Vorteile genossen, die das Reisen als Frau mit sich bringt. DSC02901 

Packliste für einen Langzeitaufenthalt in Kenia: Ohne zu wissen, was ich wirklich brauchte und was ich in Nairobi noch kaufen konnte, habe ich einfach zu viel im Rucksack gehabt. Wie sich herausstellte, war selbst meine Malariaprävention in Apotheken in Nairobi zu haben (unswear günstiger als in Europa). Dinge des alltäglichen Befards gibt es in jedem kleinsten Ort. Ich hatte Mückenschutzmittel dabei, habe es aber nicht ständig verwendet. Für das Reisemoskitonetz war ich hingegen sehr dankbar, da es nicht in jeder Unterkunft genügend Netze gibt. Ich hatte kein Smartphone dabei, sondern ein altes Handy, das mit einer kenianischen Prepaidkarten völlig ausreichend war. Komplett ohne Handy zu reisen, stelle ich mir schwierig vor- die Kenianer regeln sehr viel über ihr Handy. Ohropax-Ohrstöpsel wurden zu unserem wichtigsten Reiseutensil!

 

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